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Wir Deutsche mögen Elektroautos. Für 2019 liegen 10.000 Vorbestellungen aus Deutschland für Teslas Model 3 vor. Darüber hinaus gibt es 31.050 Vorbestellungen für Elektroautos von anderen Herstellen. Doch das könnte zu einem Problem für die Regierung werden. Wenn in der Kleinstadt, in der ich wohne, drei Nachbarn sich gleichzeitig entscheiden, ein Elektroauto anzuschaffen, würde das lokale Stromnetz in seinem jetzigen Zustand wahrscheinlich zusammenbrechen. Deswegen braucht die Regierung Informationen. Es ist bereits Pflicht, den Kauf eines Elektroautos der Bundesnetzagentur zu melden. Doch die Regierungsbehörden müssen im Allgemeinen mehr darüber wissen, wo und wann hohe Strommengen verbraucht werden. Die bisherigen Technologien zur Messung des Stromverbrauchs in Deutschland sind veraltet. Ein neues effizienteres System ist vonnöten.

Zu diesem Zweck hat die Bundesregierung ein Gesetz mit dem schönen Namen „Messstellenbetriebsgesetz“ verabschiedet. Mit diesem Gesetz ist beschlossen, dass alle Stromzähler in Deutschland ausgetauscht werden sollen und durch intelligente Messsysteme mit Smart Meter Gateway ersetzt werden sollen. Bereits 2016 verabschiedet, fand das Gesetz wenig Aufmerksamkeit. Die meisten Menschen haben davon nichts mitbekommen. Doch als Unternehmer sollten Sie darüber bescheid wissen, denn es wird Kosten für Ihr Unternehmen verursachen. Das Gesetz besagt, dass der Netzbetreiber alle Stromzähler in allen Liegenschaften Ihres Unternehmens tauschen muss. Die Kosten für den Tausch und den Betrieb des neuen Zählers sind im gewerblichen Bereich vom Verbraucher zu tragen und werden auf Ihre Stromrechnung aufgeschlagen. Zwar gibt es eine Obergrenze für diese Kosten, doch die gilt nur für Unternehmen mit einem jährlichen Stromverbrauch von bis zu 100.000 kWh. Wenn Ihr Verbrauch darüber liegt, sieht das Gesetz vor, dass die Gebühren „angemessen“ sein sollen, was auch immer das heißen mag. Experten gehen von einer Verfünffachung der Kosten für den Messstellenbetrieb aus.

Nun die gute Nachricht. Es gibt eine Hintertür in dem Gesetz, die es erlaubt, die erhöhten Gebühren zu vermeiden, zumindest für einen längeren Zeitraum. Die Messung Ihres Energieverbrauchs liegt in der Hand des Netzbetreibers. Die Regierung will in diesem Bereich mehr Wettbewerb. Deswegen haben Sie als Unternehmer das Recht, den Messstellenbetrieb an einen Dienstleister auszulagern. Wenn Sie den Messstellenbetrieb an einen Dienstleiter übergeben bevor der Netzbetreiber den neuen Zähler in Ihrem Unternehmen einbaut, können Sie Ihre derzeitigen Gebühren für den Messstellenbetrieb für 8 Jahre einfrieren und sich somit vor dem Messstellenbetriebsgesetz absichern. Die besten Anbieter tauschen den derzeitigen Zähler kostenlos und installieren ein intelligentes Messsystem, das Ihnen direkten Zugriff auf Ihren Stromverbrauch bietet. Neben weiteren Vorteilen für Ihr Energiemanagement haben Sie somit Ihre Verbrauchsdaten erstmalig bei sich im Haus und müssen nicht beim Netzbetreiber anklopfen, um an Daten zu kommen.